
| Auf dieses Buch hat die Ostmetal-Szene lange gewartet, denn immerhin beinhaltet es die Geschichte der Erfurter Band MACBETH aus Sicht des Gründungsmitgliedes Ralf Zeidler, der später durch Heirat den Nachnamen Klein annahm. Aber er läßt in diesem Buch auch seinen persönlichen Werdegang einfließen - mit Geschichten, die einen in der DDR aufgewachsenen Leser unweigerlich an seine eigene Jugend erinnern. Richtig spannend und geschichtsträchtig wird es aber erst, als es um die Geschichte seiner Band MACBETH geht, die in diesem Buch natürlich an erster Stelle steht. Dabei versteht es der Autor, das Ganze in humorvoller Sprache darzustellen, was am Anfang für reichlich Lacher sorgt - aber im Laufe der Geschichte kommt da auch noch ein weinendes Auge hinzu. Einerseits weil die erlebte Geschichte so tragisch ist, andererseits auch wegen dem von ihm durchlebten Wahnsinn, auf den der Titel anspielt. Im Verlauf der Erzählung kommt es immer wieder zu beinahe unglaublichen Momenten, welche Ralf mit seinem erzählerischen Wortwitz gut darzustellen weiß, die aber nicht immer nur lustig gewesen sind. Ich verrate auch kein Geheimnis, wenn ich sage, daß Improvisationstalent und Alkohol nicht nur in der Geschichte dieser Band zu DDR-Zeiten eine große Rolle gespielt haben.
Ein Buch, das nicht nur für Fans der Band interessant ist, denn diese Lebenserinnerungen könnten auch als Roman durchgehen, wenn da nicht die Realität der damaligen Zeit dahinterstehen würde. Wer Einblick in die ostdeutsche und speziell die Erfurter Metal-Szene zu DDR-Zeiten haben möchte, kommt um dieses Buch nicht herum.
(450 Seiten Paperback) |