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Kaffeeanbau in Afrika

Die Urheimat des Arabica-Kaffees ist Äthiopien und benannt wurde er nach der äthiopischen Provinz Kaffa. Heute ist Äthiopien ein wichtiges Kaffee-Erzeugerland und von allen afrikanischen Staaten der Hauptexporteur von Arabica-Bohnen.

Äthiopische Qualitätskaffees sind unverwechselbar im Geschmack und zählen zu den besten der Welt. Etwa 50% der Kaffeeproduktion werden in Höhenlagen um 1500 m angebaut. Kaffee aus Harer, einem der höchstgelegenen Anbaugebiete überhaupt, wird in Short- und Longberry unterteilt, wobei letzterer die begehrtere Sorte ist. Der Longberry Harer ist weich, weinig, ausgesprochen würzigkräftig mit feiner Säure – ein Kaffee von unvergleichlichem Aroma. Im Anbaugebiet Jima wird auf einer Höhe von 1200 m wild wachsender Kaffee geerntet, der als Lima und Babeka auf den Markt kommt. Die wohl härtesten Bohnen sind die Yirgacheffies, die nach Japan und Europa ausgeführt werden.


Äthiopischer Kaffee ist nicht leicht zu beschreiben. Er sollte nicht zu stark geröstet werden, da er sonst seinen besonderen Charakter verliert. Guter Kaffee aus Äthiopien hält einen Vergleich mit feinen Kaffeesorten anderer Herkunft durchaus aus und für die Arabicas werden Höchstpreise erzielt. Ein Grossteil des Kaffees wird nach Deutschland, Frankreich, Japan und in die USA ausgeführt. Im Geburtsland der Kaffeepflanze wird auch heute noch ein besonderes Gewächs gezüchtet.


Die Hochlandbohne hat zwar nur wenig Körper, überzeugt jedoch mit feinem Duft und einem dezenten Aroma, mit elegant austarierter Säure, die mitunter auch scharf wird.



Beinahe der gesamte Kaffee, der in Burundi erzeugt wird, stammt von Arabica- Bohnen. Die Kaffeebäume in Ngozi werden in Höhenlagen über 1200 Meter kultiviert.


Der dort geerntete Kaffee zeichnet sich durch eine gehaltvolle Säure und ein sehr vollmundiges Aroma aus. Ein Grossteil der Erntemenge wird in die USA, nach Deutschland, Finnland und Japan ausgeführt.



Die Elfenbeinküste gehörte noch nie zu den Erzeugern von Spitzenkaffees. Es liegt aber mit einer Jahres-Kaffee-Ernte von 4,2 Mio. Sack an siebter Stelle der Kaffeelieferanten. Derzeit gehen etwa 80% der Kaffee-Exporte in die EU, vor allem nach Frankreich und Italien. Erwähnt werden muss noch, dass die Elfenbeinküste ein Zentrum des Kaffeeschmuggel ist – ein Grossteil der Ware geht durch die Nachbarstaaten Mali und Guinea. Noch vor 20 Jahren konnte sich das westafrikanische Land rühmen, nach Brasilien und Kolumbien weltweit der drittgrösste Kaffeeproduzent zu sein. Doch kleinere Mitbewerber holten erfolgreich auf, während es die Farmer der Elfenbeinküste versäumten, alte, unwirtschaftlich gewordene Kaffeebäume durch neue, ertragreichere zu ersetzen.


Die geschmacklichen Qualitäten des Kaffees konnten Kenner jedoch noch nie begeistern.


Jemen: Die Kaffeebäume werden wie früher auf steilen Terrassen angepflanzt. Neben Typica- und Bourbon-Gewächsen werden noch etwa zehn lokale Varietäten, Abkömmlinge der äthiopischen Urpflanze kultiviert. Selbst die feinsten Qualitäten, wie der Mokka Extra, werden trocken aufbereitet. Da den Kaffeebauern meist die finanziellen Mittel für Kunstdünger fehlen, stammt der Kaffee fast ausschliesslich aus organischem Anbau. Jemenitischer Kaffee kann ganz vorzüglich sein – mild und aromatisch – eine gleich bleibende Qualität lässt sich leider nicht garantieren. Die Klassifizierung der Bohnen ist uneinheitlich, wenngleich die besten Kaffees seit eh und je aus Mattari kommen, die zweitbesten Qualitäten aus Sharki und Sanani. Mokkabohnen sind kleiner und runder als die meisten anderen Kaffeebohnen, was ihnen das Aussehen von Perlbohnen verleiht. Perlbohnen werden mitunter sogar als Mokka bezeichnet. Er besitzt einen feinen Körper und eine füllige Säure wie kenianischer Kaffee, jedoch in Kombination mit einer beinahe unbeschreiblichen exotischen Schärfe. Hinzu kommen das aufregend würzige Aroma und eine schokoladige Fülle, so dass die Zugabe von Schokolade zum Kaffee eine zwangsläufige Entwicklung war. Aus der jemenitischen Hafenstadt Mocha am Roten Meer kam vor 400 Jahren der erste Kaffee nach Europa, und Mokka wurde zum Inbegriff für den schwarzen, aromatischen Aufguss. Inzwischen werden auf den fruchtbaren Hochebenen des einzigen Kaffee-exportierenden arabischen Landes verschiedene Mokkasorten angebaut. Sie alle zeichnen sich durch eine fruchtig-säuerliche Note mit dem charakteristischen Schokoladen-Nachgeschmack aus.


Kamerun: Die besten Bohnen reifen an den Bergausläufern und auf den Plateaus im Nordwesten des Landes. Von den Plantagen in niedrig gelegenen Waldgebieten kommen milde, süße Arabicas, die in Qualität und Charakter mit denen Südamerikas vergleichbar sind. Die Erntemenge liegt bei 1,3 Millionen Sack, Die gesamte Ernte wird nass aufbereitet. 1939 wurde mit der Kultivierung von Arabica- Kaffee der Sorte Blue Mountain aus Jamaika begonnen, doch mittlerweile produziert das Land die gleiche Menge Robusta- und Arabica-Bohnen. Der beste Kaffee kommt aus Bamileke und Bamoun im Nordwesten. Auch Riesenbohnen und Perlbohnen werden in kleinen Mengen produziert. Qualitätseinbussen haben jedoch zu einem Produktionsrückgang geführt.

Kenianische Spitzenkaffees duften vor allem in den Tassen Schweizer Genießer.


Für die äußerst feine Säure, die exzellente Fruchtigkeit und den vollen Körper zahlen sie auch ungleich höhere Preise als für vergleichbare Qualitäten aus Kolumbien oder Zentralamerika. Die ersten Bäume kamen im 19. Jahrhundert aus Äthiopien, doch erst zu Beginn dieses Jahrhunderts führten Missionare die wertvollen Bourbon-Bäume ein. Sie werden in 1300 Großplantagen und von 600 000 Kleinerzeugern in Kooperativen kultiviert. Allerdings machen den Pflanzen Krankheiten und Schädlinge zu schaffen. Von einer neu eingeführten Sorte, der “Ruiri 11″, versprechen sich die Farmer mehr Widerstandskraft.


Die Regierung hält in der Kaffeewirtschaft alle Fäden in der Hand: Die Anbauflächen sind teilweise staatlich, und die Ernten werden unter Aufsicht bei den wöchentlichen Auktionen in Nairobi zum Teil in kleinen Partien bis zu 60 Sack versteigert. Fachleute befürchten den Verlust des typischen Qualitätsvorteils von ausgesuchten Lagen-Kaffees, wenn der Handel liberalisiert werden sollte. Das Erntevolumen liegt bei 1,6 Millionen Sack. Kenianischer Kaffee wächst größtenteils auf einer Höhe von 1500 bis 2100 m. Zweimal im Jahr wird geerntet. Der Kaffee geht nur in ausgewählte Exportländer.


Kaffee aus Kenia bietet alles, was man sich von einem Kaffee wünschen kann: Er ist herrlich aromatisch, in Bezug auf Säure und Körper sehr ausgewogen und schmeckt angenehm fruchtig. Der Kaffee ist in Handelsklassen eingeteilt. PB (Peaberry = Perlbohnen) sind die besten, gefolgt von AA Plus-Plus, AA Plus, AA, AB usw. Die Kaffeeauktionen sind so organisiert, dass die Kundenwünsche in Bezug auf Mischungen berücksichtigt werden. Von jeder Partie gibt es Proben, die mit einer Herkunftsbezeichnung versehen sind. Qualitätsbewusste Käufer aus Deutschland und Skandinavien zählen zum festen Kundenstamm. Der Export hat sich auf 1,6 Mio. Sack jährlich eingependelt.


Madagaskar: Trotz sozialistischer Politik liegt die Kaffee-Industrie auf der Ostafrika vorgelagerten Insel in privaten Händen. Die Robustas sind von bester Qualität, doch der Arabica-Anbau wird verstärkt. Auch Erweiterungen der Plantagen sollen das Aufkommen von 1,1 Millionen Sack steigern. Madagaskar erzeugt vorwiegend Robusta-Kaffee, allerdings soll die Arabica-Pflanzung erweitert werden. Die gesamte Rohkaffeeproduktion beträgt rund 1 Mio. Sack. Der Grossteil der Exporte geht nach Frankreich. Die Robustas, die Madagaskar produziert, sind hochwertige Spitzenkaffees.


Republik Kongo: Der beste Kaffee wird im Nordosten des Landes angebaut, insbesondere in den Provinzen Oriental und Kivu. Er stellt eine besondere Rarität dar, denn wie kenianischer Kaffee ist er sehr ausgewogen in Säure, Körper und Aroma. Der Kaffee wird vorwiegend von Kleinbauern erzeugt.


São Tomé e Principe: Diese Vulkaninsel ist der zweitkleinste unabhängige Staat Afrikas. Arabica-Bohnen, die um 1800 aus Brasilien eingeführt wurden, machen auch heute noch 98% der Gesamternte aus. Es werden jedoch nur etwa 1000 Sack ausgeführt, wobei ein Grossteil zu den qualitätsbewussten Konsumenten nach Skandinavien geht.


Simbabwe: Die Kaffeeproduktion des Landes konzentriert sich auf das östliche Hochland unweit der Grenze zu Moçambique. Das Hauptanbaugebiet liegt rund um die Stadt Chipinge. Zu den interessantesten Kaffeeproduzenten gehört der kleine Familienbetrieb Farfell Coffee Estate, der ausschließlich von Hand gepflückten und sonnengetrockneten, erlesenen Gourmet-Hochlandkaffee erzeugt. Simbabwischer Kaffee kann sich durchaus mit dem Kenia AA vergleichen und zeichnet sich durch einen milden, reinen und fruchtigen Geschmack aus.


St. Helena Die teuersten Bohnen der Welt. Die südatlantische Insel, deren Kaffeequalität schon von Napoleon während seiner Verbannung gelobt wurde, liefert die teuersten Bohnen der Welt. Die Insel wird hier erwähnt, weil dort in nächster Zeit mit einer regelrechten Kaffeerevolution zu rechnen sein wird. Mitte der 80er Jahre begann David Henry die Kaffeeindustrie der Insel mit dem Ziel aufzubauen, die bestmöglichen Bohnen zu produzieren. Fachleute erklären den spektakulären Preis vor allem durch die überaus große Sorgfalt, mit der die Pflanzen nach biologischorganischem Verständnis kultiviert werden. Es kommen keine Maschinen zum Einsatz, nicht einmal ein Traktor.


Der Kaffeeanbau in Südafrika konzentriert sich auf das zwischen Lesotho und Moçambique gelegene Natal und auf das weiter nördliche Transvaal. Der südafrikanische Kaffee hat interessanterweise mehr Ähnlichkeit mit den Bohnen aus Mittelamerika als mit denen aus Kenia, woher die ersten Pflanzen stammten. Der Kaffee ist vollmundig mit feiner Säure, es wird helle bis mittlere Röstung empfohlen – er entspricht der Konsumqualität.


Tansania Verführerischer Duft: Ein mittelmäßiger bis guter Kaffee, der viel zum Mischen benutzt wird. Der Kaffee ist ein wichtiges Exportgut der tansanischen Wirtschaft.

Erzeugt wird eine nicht unerhebliche Menge an Perlbohnen, die angeblich geschmacksintensiver als reguläre Bohnen sind. Ein guter tansanischer Chagga AA aus der Region Moshi unweit des Kilimandjaro entwickelt eine vollmundige, edle Fülle und einen herrlichen Duft. Er hat weniger Säure als der kenianische Nachbar, schmeckt fruchtig-süsslich. Die besten Bohnen kommen aus der Gegend von Moshi. Der Kaffee wird heute zu mehr als 85% von Kleinbauern erzeugt, von denen sich viele zu Kooperativen zusammen geschlossen haben.


Uganda ist eines der wichtigsten Anbauländer für Robusta-Kaffee. Mit 3 Millionen Sack gehört das Land zu den grössten Robusta-Produzenten. Die beste Arabica- Sorte, Bugishu, hat ein etwas leichteres Aroma als die Bourbon-Sorten aus dem benachbarten Kenia. Die Arabica-Produktion macht 10% der Gesamternte aus. Die besten Bohnen werden im Nordosten, entlang der kenianischen Grenze, rund um Bugisu und den Mount Elgon, sowie im Westen rund um den Mount Ruwensori angebaut und sind im Januar oder Februar exportfertig. Die Kaffeeproduktion liegt derzeit bei 4,5 Mio. Sack à 60 kg. Ein grosses Problem stellen die fehlenden Transportwege zu den Häfen Mombasa in Kenja oder Daressalam in Tansania dar.


Kaffeeanbau in Asien / Indischer Ozean

Australien: Es überrascht, dass auf dem australischen Kontinent Kaffee angebaut wird. Es handelt sich dabei ausschließlich um Arabica-Bohnen der Bourbon-Varietät. Der Kaffee ist weich und mild im Geschmack, nur leicht bitter und ungewöhnlich koffeinarm. leider werden nur geringe Mengen exportiert, da die Produktion auf Grund der klimatischen Bedingungen begrenzt ist.


Kaffee aus Indien ist vor allem wegen seines speziellen Aufbereitungsverfahrens, dem “Monsooning”, interessant. Als die Waren noch per Segelschiff transportiert wurden, dauerte die Überfahrt nach Europa mehrere Monate, in denen die grünen Bohnen hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt waren. Dabei veränderten sich Geschmack und Farbe und die Bohnen hatten am Ende der Reise einen seltsamen Gelbstich. Die Verbraucher hatten sich an diese Veränderung gewöhnt und darum wird heute das “Monsooning” gezielt eingesetzt, indem die Bohnen während des Monsuns in oben offenen Lagerhäusern der Witterung ausgesetzt werden. Qualitativ hochwertiger Kaffee wird außer im Staat Karnataka noch in Tellichery und Malabar im Staat Kerala angebaut. Außerdem im Südwesten sowie in Nilgeris im südöstlichen Staat Tamil Nadu. Der Geschmack indischen Kaffees ist weich und würzig mit einem kraftvollen Körper.


Indonesien: Kaffee wird im ganzen Inselstaat angebaut und Java steht für einen der großen Namen des Kaffees. Java produziert einen aromatischen, säurearmen Kaffee, der von Natur aus mild und ausgewogen im Geschmack ist. Er ist etwas säurebetonter als Sumatra- oder Sulawesi-Kaffee und würziger im Geschmack. Die besten Plantagen sind Blawin, Jambit, Kayumas und Pankur. Mokka Java ist eine Mischung aus Java und jemenitischem Mokka. Sumatra ist die zweitgrößte Insel. Hier wächst Kaffee, der dem Java-Kaffee sehr ähnlich ist. Er wird jedoch von vielen Kaffeekennern bevorzugt. Mandheling- und Ankola-Kaffees werden besonders geschätzt, wobei ersterer weltweit als der Arabica mit der höchsten Geschmacksfülle gilt. Auf Celebes, die auf indonesisch Sulawesi heißt, wächst Kaffee, der sich durch einen vollmundigen Geschmack und ein exquisites Aroma auszeichnet. Die bekanntesten Kaffees kommen aus Kalossi (Celebes Kalossi) und aus Rantepao. Indonesischer Kaffee ist im Allgemeinen recht kräftig und würzig, hat eine schwere Geschmacksfülle und eine dezente Säure. Zu den wichtigsten Exportländern gehören Deutschland und Japan.


Neukaledonien: Die ungewöhnlichen Robustas, die auf der Insel erzeugt werden, zeichnen sich durch einen exzellenten, vollmundigen Geschmack aus, der sich aber nur entfaltet, wenn die Bohnen schwach geröstet werden.


Papua-Neuguinea produziert fast ausschließlich Hochlandkaffee, der in Höhen von 1300 bis 1800 m angebaut wird. Die Ernte stammt zu 75% von kleinen Eingeborenen- Farmen, die oft tief in den Wäldern verborgen liegen. Nachdem zwischenzeitlich die Qualität des Kaffees auf Grund mangelnder Kontrollen sehr zu wünschen übrig ließ, geht es seit 1993 wieder aufwärts und Kunden wie Jacob Suchard gehören mittlerweile wieder zum festen Kundenstamm.


Die Philippinen gehören zu den wenigen Erzeugerländern, die alle vier Coffea- Arten anbauen: Robusta, Liberica, Excelsa und Arabica. Mindanao, die zweitgrößte und am südlichsten gelegene Insel der Gruppe, erzeugt Hochland-Arabicas der Spitzenklasse. Alle Exporte werden über Privatunternehmen abgewickelt.


Vietnam: Mit einer Kaffeeproduktion von 15 Millionen Säcken im Jahr 2004, 90% Robusta, 10% Arabica ordnet sich das südostasiatische Land nach Brasilien weiter an zweiter Stelle aller Kaffee produzierenden Länder ein. Laut Aussage des Handelsministers wird Vietnam damit Einnahmen von 525 Millionen Euro verzeichnen können. In den ersten sechs Monaten hat Ha Noi 9 Millionen Säcke exportiert. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2003 einen quantitativen Anstieg von 47% und eine 41%ige Wertsteigerung. Die Exporte in diesem Jahr gehen in 59 Länder, darunter Italien, Deutschland und die Vereinigten Staaten.


Kaffeeanbau in Mittelamerika / Karibik


Costa Rica: Der costaricanische Tarrazu ist einer der besten Kaffees der Welt. Er zeichnet sich durch einen milden, unverfälschten Geschmack und einen herrlichen Duft aus. In Costa Rica leben 3,7 Mio. Menschen und es gibt 400 Mio. Kaffeebäume.

Der Kaffee von stets gleich bleibender Qualität garantiert 25 % der Exporterlöse. In Costa Rica werden ausschliesslich Arabica-Bohnen kultiviert. Der Anbau von Robusta-Kaffee ist verboten. Costaricanischer Qualitätskaffee trägt die Bezeichnung SHB: strictly hard bean. Das bedeutet, dass der Kaffee in Höhenlagen über 1500 m kultiviert wird. Durch die Abkühlung in den Nächten wachsen die Kaffeebäume langsamer, was wiederum eine bessere Geschmacksbildung in der Bohne garantiert. Allerdings verteuern die langen Transportwege die Kaffeebohnen. Besonderen Kaffeegenuss versprechen die Namen Juan Vinas, H. Tournon, Windmill, Montebellow und Santa Rosa. Eine Sonderstellung geniesst der Minita Tarrazu: Er wird gänzlich ohne Kunstdünger und Pestizide kultiviert und von Hand geerntet und verlesen. Jahresernte:500.000 kg. Alle Kaffeesorten, die nicht den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen, werden mit Lebensmittelfarbe blau eingefärbt und an die einheimische Bevölkerung verkauft. Als Kolumbus an der “reichen Küste” vor Anker ging, gab es hier noch keinen Kaffee. Erst vor rund 250 Jahren wurden die ersten Pflanzen von Kuba eingeführt. Inzwischen ist Costa Rica ein Kaffeeland der Superlative: Es produzierte als erster zentralamerikanischer Staat Kaffee auf kommerzieller Basis, setzte auf wissenschaftliche und agrartechnische Innovationen und führte die Anbau- und Verarbeitungsabläufe auf ein weltweit vorbildliches Leistungsniveau.


Mit durchschnittlich 1600 Kilogramm werden hier die höchsten Ernteerträge pro Hektar überhaupt erzielt. Die etwa 300 Arabica-Spitzensorten begeistern selbst anspruchsvollste Kaffeekenner. Strenge Wasserverordnungen und Umweltschutzauflagen tragen ebenso zur hervorragenden Qualität der Bohnen bei wie die günstigen klimatischen Bedingungen. 1996 lag der Ertrag an Kaffeebohnen bei 2,55 Millionen Sack.


Dominikanische Republik: Ein Inselstaat mit langer Anbautradition. Die wechselvolle Geschichte des Landes verhinderte jedoch die volle Ausschöpfung des vorhandenen guten Kaffeepotentials. Die Arabica-Sorten Juncalito und Ocoa liefern bei ordentlicher Qualität ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie werden in den USA gerne getrunken. Die beste Anbauregion liegt im Südwesten, in Barahona. Andere feine Kaffeesorten kommen aus Juncalito und Ocua. Die Kaffees, die auch als Santo Domingo bezeichnet werden, sind mild und vollmundig im Geschmack mit feiner Säure und angenehmem Aroma. Im Gegensatz zum haitianischen Kaffee handelt es sich bei dem in der Dominikanischen Republik angebauten Kaffee grösstenteils um gewaschene Ware, was auf seine überdurchschnittliche Qualität hindeutet.


El Salvator: Ein ausgewogenes, mildes Gewächs. Der Körper dieses Kaffees ist nicht sehr voll und seine Säure ist gering. Eine exzellente und mild-würzige Ausnahme bildet die Pacamara-Bohne, eine Kreuzung zwischen Pacas und Maragogype. Salvador produziert einen geschmackstypischen Kaffee, der etwa 40% der gesamten Exporte ausmacht. Der beste Rohkaffee wird zwischen Januar und März ausgeführt, wobei 35% der Spitzenqualität – SHG – von Deutschland genommen wird. Exklusive Arabicas vereinen den typischen Kaffeegeschmack Zentralamerikas in sich: Sie sind mild-aromatisch, haben einen leichten Körper und eine leichte Säure. Die Ernte liegt bei 2,4 Millionen Sack im Jahr. Honduras, noch vergleichsweise neu im Geschäft, profitierte vom Know-how des Nachbarn und verschifft inzwischen 2,25 Millionen Sack. Die Qualitäten beider Länder sind zuverlässig. Die bekannteste Marke ist Pipil, was in der Sprache der Azteken “Kaffee” bedeutet. Die kraftvolle, aber nicht zu schwere Fülle und der milde Duft machen den Pacamara zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis. dessen beste Anbauregion bei Santa Ana, unweit der Grenze zu Guatemala, liegt.


Kaffee aus Guatemala hat den Ruf, einer der besten der Welt zu sein. Heute wird Kaffee größtenteils im Süden des Landes angebaut, wo die Berghänge der Sierra Madre mit ihren fruchtbaren Böden ideale Voraussetzungen bieten. Der SHBKaffee besticht durch vollmundige, edle Fülle und feine Säure. Von den Hochlandkaffees Antiguas ist der El Pulcal der beste. Dieser Kaffee ist noch vollmundiger und rauchiger im Geschmack als andere guatemaltekische Kaffees. Seit der Gründung eines Spezialkaffee-Verbandes wird Guatemala für den Gourmet-Kaffeemarkt immer# wichtiger. Ein reiches Aroma und viel Körper zeichnen diesen oft exquisiten Kaffee aus. Die harmonische Milde mit leichten Säurespitzen macht ihn sehr angenehm und bekömmlich. Ein herausragendes Anbaugebiet ist Antigua. Hier besticht neben dem vollmundigen Geschmack noch eine elegante Bitternote. Auch Kaffees aus dem Distrikt Coban sind hervorragend. Der durch Qualitätsmängel ramponierte Ruf des einst hochgeschätzten guatemaltekischen Kaffees gewinnt nicht zuletzt durch das dollarstarke Förderungsprogramm der USA neuen Glanz. Arabicas werden auf die Wurzeln der widerstandsfähigeren Robustas gepfropft und dadurch resistenter gegen Parasitenbefall, dem schon einmal die Plantagen zum Opfer fielen. Die nur zwei bis drei Meter hohen Büsche wachsen auf den 1600 Meter hohen Anbaufeldern an den Hängen des Vulkans Atitlan und gleichen dichten Bergwäldern. Hier gedeiht auch der begehrte Antigua. Sein hoher Säureanteil und würziger Geschmack garantiert mit jeder Tasse herzhaften Kaffeegenuss. Der heutige Ertrag liegt bei über vier Millionen Sack.


Hawaii: Der Kaffeeanbau erfolgt an den Hängen des Vulkans Mauna Loa im westlichen Kona-Distrikt. Kona verzeichnet weltweit die höchsten Erträge an Arabica- Kaffee und dies bei gleichbleibend hoher Qualität. Echter Kona-Kaffee ist gar nicht so leicht zu bekommen, da für den Anbau nur eine beschränkte Fläche zur Verfügung steht. Der beste Kona-Kaffee wird als Extra Fancy, Fancy und Number One bezeichnet, es ist aber auch Plantagenkaffee und biologischer Kaffee erhältlich. Ein Grossteil des als “Kona” vermarkteten Kaffees enthält weniger als 5% echten hawaiischen Kona. Eine gute Alternative ist der Hawaii Kona Farms in den USA. Der exzellente Südseekaffee hat einen gehaltvollen, schönen, fruchtigen, Körper, aber nicht viel Säure. Leichte, süße Nussnoten heben den lieblichen Geschmack. Man sagt, dass die Kaffeepflanze nirgendwo sonst auf der Welt so ideale Wachstumsbedingungen hat wie auf Hawaii. Der Kona gedeiht unter optimalen Boden- und Witterungsbedingungen in einer Höhe von 250 bis 750 Metern an den Westhängen der Vulkane Mauna Loa, Hualalai und Mauna Kea. Hier werden höchste Erträge pro Quadratmeter erzielt. Insgesamt produzieren die Hawaii-Inseln zwischen 16 000 und 24 000 Sack im Jahr.


Haiti: Die besten Bohnen überzeugen durch ihren ausgewogenen, milden bis süßlichen Geschmack. Trotz politischer Probleme schafft es Haiti, einige recht gute Kaffees zu produzieren, wenn auch deren Qualität Schwankungen unterworfen ist. Der Grossteil des Kaffees stammt aus organischem Anbau. Der Kaffee zeichnet sich durch einen kraftvollen Körper und ein ausdrucksvolles Aroma aus. Trotz ausgeprägter Säure ist er weich im Geschmack. Die meisten Plantagen stehen auf vulkanischen Böden in etwa 500 Metern Höhe, wo heftige Regenfälle den Bau teurer Bewässerungssysteme erübrigen. Zum Vorteil der meist armen Farmer: Sie können sich nicht einmal Kunstdünger oder Spritzmittel gegen Insekten und Unkraut leisten. So wachsen zwangsläufig Bio- Arabica heran, allerdings schwanken die Qualitäten.


Honduras: Der sehr kräftige Duft verspricht manchmal mehr, als der Geschmack hält. Schwache Säure, aber ein harmonisch-milder Gesamteindruck. Wie in anderen Ländern wird der Kaffee nach der Anbauhöhe klassifiziert. Der in 700 bis 1000 m angebaute Kaffee heißt in Honduras Central Standard, während Kaffee aus Höhenlagen von 1000 bis 1500 m als High Grown und in Höhenlagen bis 2000 m als Strictly High Grown bezeichnet wird. Der Kaffee zeichnet sich durch eine pikante Säure aus. Während der letzten Jahre stieg die Kaffeeproduktion auf 1,5 Mio. Sack. Die gesamte Ernte wird von Privatunternehmen verschifft, ein Grossteil davon nach Deutschland und in die USA.


Jamaika: Der König unter den besten Kaffees der Welt und auch der teuerste von allen. Er wächst in Höhenlagen zwischen 500 und 1600 Metern. Die handverlesenen Bohnen sind gleichmäßig voll und kräftig. Unvergleichlich das Aroma, leicht süßlich mit zarter Säure. Seine komplexe Fülle verträgt eine höhere Dosierung. Er bleibt lange im Gaumen und befriedigt höchste Ansprüche. Jamaikanischer Blue Mountain ist der teuerste Kaffee der Welt. Sein Preis steht jedoch in keinem Verhältn zum “besseren Aroma” und zu den Aufschlägen, die man bereit ist, dafür zu bezahlen. Außerdem ist zu bedenken, dass der Trinkgenuss noch teurer kommt, da man, um das volle Aroma dieser Bohne auszukosten, pro Tasse mehr Bohnen braucht, als von anderen Sorten. Abgesehen davon ist echter Blue Mountain jedoch ein Hochgenuss für Kaffeekenner: rund und voll im Geschmack, harmonisch, fruchtig und säurebetont. Das Aroma ist intensiv und kräftig, der Geschmack hält ungewöhnlich lange an und entfaltet sich erst beim Trinken. Echter Blue Mountain gehört zu den absoluten Hochgewächsen und kommt fast ausschließlich von kleinen Plantagen, wie beispielsweise vom Wallenford Estate, Silver Hill Estate oder Atlanta Estate. Als der Arabica im 18. Jahrhundert von der Insel Martinique eingeführt wurde, bahnte sich eine ungeahnte Karriere an. Denn der makellose Blue Mountain von der gleichnamigen Gebirgskette erzielt heute weltweit den zweithöchsten Preis aller Rohkaffees. Der größte Teil der Ernte geht nach Japan, wo leidenschaftliche Kaffeetrinker bereitwillig zehn US-Dollar für nur eine Tasse bezahlen. 90% der Ernte kaufen die Japaner auf, andere Abnehmerländer sind die Vereinigten Staaten und Großbritannien. 1997 exportierte Jamaika etwa 1800 Tonnen. Im Gegensatz zu anderen Kaffees wird der Blue Mountain in Holzfässern á 70 kg transportiert.


Kuba: Der beste kubanische Kaffee ist der Turquino oder Extra Turquino, wobei es sich dabei eher um eine Güteklasse und weniger um eine Anbauregion handelt. Der Kaffee ist rein im Geschmack, hat eine angenehme, nicht zu kräftige Fülle und besitzt weniger Säure als viele andere mittelamerikanische Kaffees, weil er in tieferen Lagen angebaut wird. Die Zukunft des kubanischen Kaffees ist ungewiss, da Lieferungen und gleich bleibende Qualität auf Grund der politischen Lage nicht garantiert werden können.


Mexicos Arabicas sind leicht herb und haben ein feines, ausgewogenes Aroma. Der drittgrößte amerikanische Kaffeeproduzent leistete Pionierarbeit bei der Schädlingsbekämpfung: Der Einsatz von Bienen gegen Käfer drosselte die Belastung durch Fungizide und machte international Schule. Die Anbaugebiete der zahllosen Kleinbauern liegen im wärmeren Süden des Landes. Mexikanische Arabicas sind leicht herb und haben ein feines, ausgewogenes Aroma. Sie sind das Herz vieler Mischungen. Die besten Sorten, Tapachula und Huixtla, kommen aus der Region Chiapas. Erntebilanz: etwa 5 Mio. Sack, den Grossteil davon liefern rund 100.000 Kleinbauern. Die als Maragogype bezeichneten Bohnen sind groß und länglich und ergeben einen angenehmen weichen und duftenden Kaffee. Biologischer Anbau ist selten, wenn gleich bereits seit Jahrzehnten erfolgreich nach der biologisch-dynamischen Weise Demeter-Kaffee produziert wird. Der mexikanische Kaffee zeigt viel Temperament. Schon der Duft ist würzig-forsch, der Körper hat Kraft, und die Säure ist gut zu spüren. Der Geschmack ist rassig, leicht herb und eine Spur sandig. Nicht sehr nachhaltig, aber harmonisch ausgewogen. Auch aus Oaxaca kommen edle Kaffees, wie der Pluma Coixtepec aus biologischem Anbau.


Nicaragua: Ein Anbieter von Arabicas mit durchschnittlichem, solidem Geschmack. Die besseren Sorten mit guter Säure und feinem Duft wachsen in Matagalpa, Jinotega und Nuewvo Segovia. Nach der Revolution von 1979, die viele Plantagenbesitzer nach Miami vergraulte, sackte die Produktion dramatisch ab. Günstigere politische und wirtschaftliche Bedingungen lassen den Kaffee wieder neu erstarken. In Nicaragua ist die Kaffeeindustrie von der Regierung weitgehend unabhängig, die Vermarktung des Kaffees erfolgt durch Privatunternehmen. Die Spitzenkaffees tragen die Bezeichnung Central Estrictamente Altura. Sie sind ausgewogen im Geschmack und zeichnen sich durch eine angenehme Säure und edles Aroma aus.


Kaffee aus Panama ist berühmt für seine angenehm leichte Fülle und seine Ausgewogenheit. Der Export beginnt im November und die edlen Bohnen werden fast ausnahmslos nach Frankreich und Finnland ausgeführt. Die feinsten Bohnen wachsen im Norden rund um Boquete, andere namhafte Anbauregionen sind David, Remacimeinto, Bugaba und Tole. Viel versprechend ist der Cafe Volcan Barú, ein Spezialkaffee der Spitzenklasse.


Vor hundert Jahren noch war Puerto Rico der sechstgrößte Kaffee-Exporteur der Welt. Ein Wandel in der Agrarkultur jedoch verdrängte den Kaffee, Hurrikans beschleunigten den Niedergang. Inzwischen erlebt der Kaffeeanbau einen neuen Aufschwung. Die besten Arabica-Sorten Yauco Selecto und Grand Lares bestehen durch ein intensives fruchtiges Aroma ohne Bitterkeit. Puertoricanischer Kaffee ist von Natur aus mild mit einer schweren Fülle und einem ausdrucksvollen Aroma. Die Spitzenkaffees haben Weltklasse, und zu den Feinsten gehören der Yauco Selecto und der Grand Lares. Der Yauco Selecto wächst im Südwesten der Insel und zeichnet sich durch höchste Geschmacksfülle, ein intensives Aroma und einen einzigartigen Nachgeschmack aus. Der Kaffee ist zwar sehr teuer, aber unvergleichlich im Geschmack. Der Yauko Selecto bleibt bis zu seiner Verschiffung in den Hülsen um optimale Frische zu gewährleisten. Pro Jahr werden von diesem Spitzenkaffee nicht mehr als 3000 Sack à 45 kg produziert. Er ist ein wunderbarer Kaffee: fruchtig, gehaltvoll und überhaupt nicht bitter. Der kraftvolle Körper lässt diesen Kaffee zu einem Geschmackserlebnis werden.



Kaffeeanbau in Südamerika


Brasilien wird zu Recht als Gigant des Kaffeemarktes bezeichnet. Hier wachsen rund 4 Mio. Kaffeebäume, 75% der Ernte wird von Kleinbauern produziert. Bei der Vielzahl der Kaffeesorten, die in den einzelnen Regionen angebaut werden, ist es eigentlich ein Unding, von “brasilianischem” Kaffee zu sprechen. Auf dem internationalen Kaffeemarkt wird der zumeist gewaschene und sonnengetrocknete Kaffee aus Brasilien in “Brazils” und “Milds” sowie “Other Arabics” eingeteilt. Obwohl in 17 von 26 brasilianischen Gliedstaaten Kaffee angebaut wird, erzeugen alleine die 4 Staaten, Paraná, São Paulo, Minas Gerais und Espírito Santo 98% des Gesamtertrages, wobei Paraná, im Süden des Landes, für 50% der Gesamtproduktion verantwortlich ist. Die Anbauregion im nördlichen Küstenland bringt einen Kaffee mit dem typischen Meerwassergeschmack hervor, der vorwiegend nach Nordafrika, in den Mittleren Osten und nach Osteuropa ausgeführt wird. Zu den interessantesten Sorten gehört der Bahia. Leider ist er nur sehr schwer zu beschaffen, da Brasilien nach den Vereinigten Staaten den meisten Kaffee im eigenen Land verbraucht und somit viele edle Kaffees gar nicht erst ausgeführt werden. Brasilien erzeugt den größten Teil der Robustas in Standard-Konsumqualität, wie sie in Supermärkten erhältlich ist. Dieser brasilianische Robusta wird als Conillon vermarktet und macht etwa 15% der gesamten Kaffeeproduktion aus. Der Capin Branco ist milder im Geschmack als der würzige und fruchtige Vista Allegre. Beide haben relativ wenig Säure, doch wie alle brasilianischen Kaffees sollten sie “jung” getrunken werden, da sie bei längerer Lagerung zuviel Säure entwickeln. In der Regel werden die ungewaschenen und sonnengetrockneten Bohnen als “Brazil” verkauft, um sie von den feineren “Milds” zu unterscheiden. Neben zahlreichen Arabica-Sorten wird auch der Conillon, eine Robusta- Art gezogen. Die Qualitäten der 1720 von Französisch-Guyana eingeführten Pflanzen sind im allgemeinen durchschnittlich, dabei aber sehr unterschiedlich. Sie bieten für jeden Geschmack etwas: Der medizinisch schmeckende Rio wird im Land selbst konsumiert. Die im Norden in Meeresnähe wachsenden Sorten haben ein kräftiges See-Aroma, und die alten, in der südöstlichen Cerada-Region jetzt wieder neu kulitvierten Bourbon-Bohnen sind ansprechend mild-würzig und haben wenig Säure. Verheerende Frosteinbrüche im Süden des Landes haben meist gravierende Auswirkungen auf den Welthandel. Die brasilianische Wirtschaft hat sich daher von der einst dominierenden Kaffee-Industrie, die der Staat bis 1990 sehr streng kontrollierte und reglementierte, wieder unabhängig gemacht. Endgültig vorbei sind damit auch die Zeiten, in denen Überproduktionen ins Meer geschüttet werden mussten, um die Preise stabil zu halten.


Ecuador gehört zu den wenigen südamerikanischen Ländern, wo sowohl Robusta als auch Arabica-Sorten angebaut werden. Die besten Arabica-Kaffees stammen aus dem Andenhochland. Die Bohnen werden eingeteilt in die jeweils schweren und großen Galapagos und Gigante sowie in No.1 und Extra Superior, was der skandinavischen Standard-Konsumqualität entspricht. Eine Bohne mit wenig Körper, die hauptsächlich für Mischungen verwendet wird. Der Duft ist intensiv, die Säure mittelmäßig, der Geschmack mild und ausgewogen mit einer feinen Bitternot


Galapagos: Kaffee von der Insel San Cristóbal ist eine außergewöhnliche Rarität höchster Qualität. Die Hacienda El Cafetal erzeugt etwa 500 Sack Arabica-Kaffees der Bourbon-Varietät. Da die Einfuhr und der Einsatz von Kunstdüngern, Pestiziden, Herbiziden und anderer Chemikalien streng verboten ist, gilt der Kaffee der Galapagosinseln zumindest inoffiziell als Biokaffee.


Kolumbien: Die Arabicas sind weich und dabei sehr aromatisch. Vor allem die wirtschaftlich wichtigsten Sorten, Medellin, Armenia und Manizales, gedeihen unter idealen klimatischen Bedingungen entlang der Kordilleren und in der nördlichen Santa-Marta-Region nahe der Karibik. Der zweite Gigant unter den lateinamerikanischen Erzeugern liefert im Gegensatz zu Brasilien überwiegend hochwertige Qualitäten. Wolken, Guamosbäume und Bananenstauden schützen die Pflanzen vor sengender Hitze und strengen Winden. Seit 1808, als ein Geistlicher die ersten Gewächse von den französischen Antillen mitbrachte, entwickelte sich Kolumbien zum größten Exporteur hochwertiger gewaschener Bohnen und verkauft seine Original-Kaffees unter eigenem Namen in der ganzen Welt. Der “Gran Café de Caldas”, ein sortenreiner Arabica aus der Andenprovinz, kann sich mit teuersten Topqualitäten anderer Länder messen. Dieser weltberühmte Andenkaffee vereint in sich alle Eigenschaften, die ein exzellenter Hochlandkaffee haben sollte: reiches, rundes, ausgewogenes Aroma mit leicht süßlichen Nussanklängen; ein kräftiger Körper, die Säure spürbar und doch fein. Insgesamt gesehen steht das Land mit einer Jahresproduktion von 13 Mio. Sack à 60 kg nach Brasilien mit 22 Mio. Sack, an zweiter Stelle der Kaffee-Erzeuger. Kolumbianischer Kaffee zählt zu den wenigen sortenreinen Kaffees, die weltweit unter diesem Namen verkauft werden. Kolumbien ist das größte Erzeugerland für Arabica-Bohnen und weltweit der größte Exporteur für gewaschenen Rohkaffee. Die Anbauregionen liegen inmitten der Ausläufer der Anden, wo feuchtwarmes Klima herrscht. Von den rund 2,7 Mio. Kaffeesträuchern wachsen etwa 66% auf modernen Plantagen, der Rest verteilt sich auf kleine Familienbetriebe. Die Hauptanbaugebiete liegen in der Zentral- und Ostkordillere. Die wichtigsten Plantagen des mittleren Gebirgszuges liegen bei Medellín, Armenia und Manizales. Von diesen drei Regionen liefert Medellín den feinsten Kaffee. Er hat einen kraftvollen Körper, ein volles Aroma und einen ausgewogenen Säuregehalt. Die drei Regionen sind unter dem Kurzwort MAM bekannt. Kaffee speziell aus Medellín wird auch als solcher deklariert und zu Höchstpreisen verkauft. Die besten Anbaugebiete der Ostkordillere liegen bei Bogotá und bei Bucaramanga. Kaffee aus Bogotá ist zwar säureärmer als Medellín- Kaffee, aber ebenso edel. Die Kaffeequalität wird eingeteilt in Supremo, Excelso und UGQ, was für “Unusual Good Quality” steht. Excelso und Supremo sind in vielen Kaffeegeschäften erhältlich. Der Unterschied zwischen den beiden Sorten besteht darin, dass der Supremo grossbohniger ist. Excelso ist weicher und säurebetonter, obwohl beide Sorten aromatisch und fruchtig sind und eine gute Geschmacksfülle zeigen. Kolumbianischer Kaffee wird oft als samtig beschrieben und ist sehr ausgewogen im Geschmack.


Peru: Bis zu 98% des Kaffees werden in Waldgebieten kultiviert und zwar größtenteils von Kleinbauern. Die besten Kaffees kommen aus Chanchamayo, Cusco, Norte und Puno. Ein Grossteil des Kaffees wird als “Biokaffee” vermarktet, obwohl es unmöglich ist, die Anbaubedingungen aller Kaffeebäume zu kontrollieren. Peruanischer Kaffee ist qualitativ durchaus mit jedem anderen mittel- oder südamerikanischen Kaffee vergleichbar. Der beste Kaffee wird für Mischungen nach Deutschland, Japan und in die Vereinigten Staaten ausgeführt.


Venezuela: Die beste Anbauregion ist der Bundesstaat Táchira im Südwesten. Als die besten Kaffees gelten der Montebello aus San Cristóbal de Táchira, der Mirama aus Rubio de Táchira, der Granija aus Timote de Mérida sowie der Ala Granija aus Santa Anna de Táchira. Für Qualität bürgen auch die Namen Maracaibo, Mérida und Trujillo sowie Filomena und Cúcuta. Ein besonders guter Kaffee stammt von Tipica-Gewächsen aus der Plantage von Jean und Andres Boulton in Turgua. Venezolanischer Kaffee ist unverwechselbar im Geschmack: leicht und fein mit auffallend wenig Säure. Dadurch eignet er sich sowohl für Mischungen als auch als sortenreiner Kaffee



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